Sonderkonstruktionen

Leichtdächer – Dachbegrünung „light“

Bei Garagen, Carports, Lagerhallen und im Industriebau werden häufig Dachkonstruktionen mit sehr geringer Tragfähigkeit verwendet. Mit den herkömmlichen Systemaufbauten lassen sich diese Dächer aus statischen Gründen zum Teil nicht begrünen.

Da sich die Substratschichtdicke für die Pflanzen aber auch nicht beliebig verringern lässt, kommen bei Leichtdachaufbauten gewichtsoptimierte Substrate und spezielle Dränageelemente zum Einsatz. Dadurch lassen sich auch Dächer mit einer Lastreserve von nur 60 kg/m² dauerhaft begrünen. Ähnlich wie bei der Schrägdachbegrünung gilt auch hier: Je extremer die Standortbedingungen, umso mehr muss auf die genaue Abstimmung von Systemaufbau und Pflanzenmaterial geachtet werden.

Leichtdach Dachbegrünung

Schrägdachbegrünung - Ökologische Visitenkarte

Bis zu einer Dachneigung von ca. 10° können auch auf schrägen Dächern die normalen Dachbegrünungssysteme für Flachdächer verwendet werden. Bei stärkerer Dachneigung sind zusätzliche Sicherungsmaßnahmen notwendig, um Schubkräfte abzuleiten und die Substratschicht vor Erosion zu bewahren. Der Einbau von stabilen Schubschwellen und grobmaschigem Erosionsschutzgewebe hat sich dabei gut bewährt.

Dächer mit Dachneigungen über 35° eignen sich aus bau- und vegetationstechnischen Gründen in der Regel nicht für eine Begrünung. Schrägdächer werden in der Regel als pflegearme extensive Begrünungen ausgeführt. Gras- oder Rasendächer, wie sie traditionell in den skandinavischen Ländern zu finden sind, lassen sich in den niederschlagsärmeren und wärmeren mitteleuropäischen Ländern nur mit erheblichem Kosten- und Pflegeaufwand realisieren.

Schrägdachbegrünung

Wärmedämmende Dachbegrünung – Energiekosten sparen

Bei Sanierungsobjekten kann eine zeitgemäße Wärmedämmung einfach und kosteneffizient durch eine nachträgliche Begrünung der Dachfläche erreicht werden. Grundlage hierfür ist die Verwendung von besonderen Dränage-Elementen mit garantiertem Wärmedurchlasswiderstand gemäß bauaufsichtlicher Zulassung, die sich im Rahmen der Energiebilanz komplett anrechnen lassen.

Je nach vorhandener Grundwärmedämmung spart der Hauseigentümer nach der Sanierung jährlich bis zu 1-2 Liter Heizöl/m² Dachfläche - inklusive der verbundenen CO2-Emissionen. Wärmedämmende Dachbegrünungen schonen damit den Geldbeutel und tragen gleichzeitig aktiv zum Klimaschutz bei. Günstige Finanzierungskonditionen bietet die KfW-Bank im Rahmen des Förderprogramms „Wohnraum Modernisieren Ökoplus“.

Wärmedämmung durch Dachbegrünung

Dachbegrünung und Photovoltaik – Ökostrom vom grünen Dach

Solarstromanlagen fühlen sich auf Gründächern besonders wohl. Denn im Gründachaufbau wird Wasser gespeichert, das bei der Verdunstung einen natürlichen Kühleffekt bewirkt. Das bringt Vorteile für Photovoltaik-Module. Die sind nämlich bei niedrigen Betriebstemperaturen besonders wirksam und erzeugen am meisten Strom.

Die Montage ist außerdem einfach und dachschonend (da ohne Durchdringungen) möglich. An speziellen Solarträgerplatten werden die Tragrahmen für die Solaranlage befestigt. So vormontiert, werden die Einheiten mit Systemerde verfüllt. Dies sichert die nötige Auflast und lässt die Pflanzen dauerhaft wachsen. Für die nötige Hardware und die Installation durch einen Fachbetrieb gibt es zinsgünstige Darlehen bei der KfW-Bank im Rahmen des Programms „Solarstrom erzeugen“.

Photovoltaik auf Dachbegrünung

Dachbegrünung und Regenwassernutzung – Kanalentlastung

Dachbegrünungen können in Abhängigkeit von der Aufbaudicke und den verwendeten Substraten 50-90 % der jährlichen Niederschlagsmenge zurückhalten und über Verdunstung wieder in den natürlichen Kreislauf zurückführen.

Auch der verbleibende Dachabfluss kann genutzt werden, wenn das Gründach an moderne Regenwasser-Bewirtschaftungssysteme (z. B. Zisternen) angeschlossen wird. Der besondere Vorteil: Durch die Vegetations- und Substratschicht der Begrünung wird das Niederschlagswasser auf natürliche Weise gefiltert. Das gesammelte Regenwasser kann deshalb ohne weitere Behandlung als Brauchwasser für die Bewässerung, Toilettenspülung und andere Zwecke verwendet werden. Je nach Substrat ist allerdings eine gewisse Eintrübung des Wassers nicht ganz auszuschließen.

Regenwassernutzung durch Dachbegrünung

Geh- und Fahrbeläge auf Dächern – Mehrfache Raumnutzung

Um teures Bauland zu sparen, entstehen heute neben Dachgärten auch komplette Sportanlagen, Spielplätze, Pausenhöfe oder Cafés auf Dächern. Die häufig integrierten Geh- und Fahrbeläge erfordern Aufbauten, die dafür sorgen, dass die wichtigen Dachfunktionen, wie Dichtigkeit, Wasserableitung, Wärme- und Schallschutz auf Dauer nicht beeinträchtigt werden. Die Belastungen können von einzelnen Personen bis hin zu Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von 40 Tonnen variieren.

Bei befahrbaren Belägen sind zusätzlich horizontale Lasten zu berücksichtigen, die durch Bremsen, Lenken und Beschleunigen entstehen. Für die Vielzahl der möglichen Nutzungsformen sind Detaillösungen erhältlich, mit denen Übergänge, An- und Abschlüsse und Entwässerungspunkte sicher und dauerhaft geplant und ausgeführt werden können.

Geh- und Fahrbeläge bei Intensivbegrünung